Worauf wir aktuell unser Engagement fokussieren
1. Don-Bosco-Ndere-Bildungszentrum
In Ndere im Siaya County entsteht gemeinsam mit Don Bosco East Africa ein schulisches und berufliches Bildungszentrum. Grundlage der Zusammenarbeit sind ein im Oktober 2023 geschlossenes Memorandum of Understanding und das Don Bosco Development Outreach Network.
Als erster Bauabschnitt soll Ende 2026 das Guest-and-Volunteers-House entstehen. Die Inbetriebnahme des Bildungszentrums ist für 2028 geplant.
Warum dieses Projekt wichtig ist
Ein großer Teil der Bevölkerung im Westen Kenias lebt von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Die erwirtschafteten Erträge reichen häufig nur zur unmittelbaren Versorgung der Familien. Begrenzte fachliche Kenntnisse, fehlende technische Möglichkeiten und wirtschaftliche Abhängigkeiten erschweren eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen.
Das Bildungszentrum soll schulische Bildung, berufliche Qualifizierung und praktische Ausbildung miteinander verbinden. Es orientiert sich an einem dualen Lehr- und Lernansatz, bei dem theoretisches Wissen unmittelbar in der Praxis angewendet wird. Dieser Ansatz prägt sowohl die geplante Senior Secondary School als auch die beruflichen Fortbildungsangebote.
Ziele
Das Projekt soll die individuellen Lebens- und Berufschancen junger Menschen und Erwachsener nachhaltig verbessern. Im Mittelpunkt stehen:
- die Vermittlung theoretischer Kenntnisse und praktischer Fertigkeiten,
- die Entwicklung sozialer und persönlicher Kompetenzen,
- die Vorbereitung auf eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung,
- die Stärkung gemeinschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements,
- die Förderung nachhaltiger wirtschaftlicher Perspektiven.
Geplante Einrichtungen
Das Bildungszentrum wird auf einem etwa zehn Hektar großen Grundstück errichtet. Rund die Hälfte der Fläche ist für die landwirtschaftliche und handwerklich-gewerbliche Ausbildung vorgesehen.
Auf der übrigen Fläche sollen unter anderem folgende Einrichtungen entstehen:
- Schul- und Ausbildungsgebäude,
- eine große Mehrzweckhalle,
- getrennte Internatsgebäude für Mädchen und Jungen,
- eine weitläufige Sportanlage,
- ein Guest-and-Volunteers-House.
Die Sportanlage soll nicht nur den Schülerinnen und Schülern des Bildungszentrums, sondern auch Gruppen und Initiativen aus der Umgebung offenstehen.
Guest-and-Volunteers-House
Das Guest-and-Volunteers-House übernimmt mehrere Funktionen. Es bietet jungen Menschen eine Unterkunft, die im Bildungszentrum ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Gleichzeitig dient es als Schulungs- und Übernachtungsort für Teilnehmende an Fortbildungen zur ökologischen Landwirtschaft.
Ein multifunktionaler Raum ist darüber hinaus für eine mobile Zahnklinik vorgesehen. In Zusammenarbeit mit dem Saint Elizabeth Health Center in Mbaga sollen dort regelmäßig Angebote zur zahnmedizinischen Vorsorge, Beratung und Behandlung stattfinden. Die Betreuung übernimmt Dr. Carolyne Wairaguin.
Ehrenamtliches Engagement
Junge Menschen aus Kenia, Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres Erfahrungen in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern des Bildungszentrums sammeln können.
Farmerinnen und Farmer aus der näheren und weiteren Umgebung erhalten Schulungen zu grundlegenden agrarökologischen Themen. Das erworbene Wissen können sie sowohl auf ihren eigenen Höfen anwenden als auch an andere Interessierte in ihren Heimatorten weitergeben.
Auf dem Sportgelände sollen zudem junge Erwachsene aus der Region für die Organisation und Betreuung von Mannschaftssportangeboten ausgebildet werden – sowohl am Standort Ndere als auch in den umliegenden Dörfern.
Nachhaltige Wirkung
Das Bildungszentrum verbindet schulische Abschlüsse mit praktisch anwendbaren beruflichen Kompetenzen. Die Fortbildungen zur ökologischen Landwirtschaft sollen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern dabei unterstützen, die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen, Abhängigkeiten zu verringern und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu erschließen.
Die mobile Zahnklinik schafft eine wohnortnahe zahnmedizinische Versorgung. Gleichzeitig erhalten die Volunteers die Möglichkeit, wertvolle pädagogische, praktische und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln.
2. Volunteer-Programm
Unser Volunteer-Programm wird kontinuierlich fortgeführt. Es richtet sich insbesondere an Lehramtsstudierende sowie an Menschen aus sozialen und pädagogischen Berufen.
Die Freiwilligen begleiten Schülerinnen und Schüler an der Uhola Primary and Junior Secondary School sowie an der Girls’ Secondary School im benachbarten Ralak. Sie unterstützen den Unterricht, gestalten Freizeitangebote und können sich außerdem in landwirtschaftlichen Projekten im Dorf Uhola engagieren.
Seit dem Start des Programms im Jahr 2019 haben zwölf Freiwillige teilgenommen – einige von ihnen bereits mehrfach. Mit dem geplanten Bildungszentrum in Ndere soll das Programm künftig erweitert und langfristig strukturell verankert werden.
3. Unterstützung von Schüler*innen
Mit unserem Förderprogramm unterstützen wir Kinder und Jugendliche, deren Familien die Kosten für den Besuch einer weiterführenden Schule nicht allein tragen können.
Viele Eltern in Uhola leben von kleinbäuerlicher Landwirtschaft und verfügen nur über ein geringes oder unregelmäßiges Einkommen. Durch individuelle Patenschaften und finanzielle Hilfen ermöglichen wir den geförderten Schülerinnen und Schülern den Schulbesuch und verbessern damit ihre Bildungs- und Zukunftschancen.
Die Unterstützung wird fortlaufend an den konkreten Bedarf der Jugendlichen und ihrer Familien angepasst.
4. Uhola Farmer Cooperative
Die Uhola Farmer Cooperative (UFC) führt interessierte Farmerinnen und Farmer in die Grundlagen und Arbeitsweisen der ökologischen Landwirtschaft ein. Ziel ist es, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten, landwirtschaftliche Abhängigkeiten zu verringern und neue Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.
Gemeinsam mit fachlichen Partnern werden theoretische Schulungen und praktische Fortbildungen angeboten. Auf zwei Grundstücken in Uhola sollen nachhaltige Anbaumethoden erprobt werden, die mithilfe von Brunnen und Wassertürmen auch während der Trockenzeiten Aussaaten und Ernten ermöglichen.
Zu den laufenden und geplanten Aktivitäten gehören:
- Schulungen zur ökologischen Landwirtschaft,
- praktische Anbauversuche und Demonstrationsflächen,
- eine bessere Wasserversorgung während der Trockenzeiten,
- der Aufbau von Räumen für Schulungen und Zusammenkünfte,
- Lagerflächen für Ernten, Maschinen und Werkzeuge,
- die Imkerei als zusätzliche Nahrungs- und Einkommensquelle.
Die Cooperative soll ihr Wissen langfristig über Uhola hinaus weitergeben. Mitglieder können andere Farmerinnen und Farmer beraten und so zur Verbreitung nachhaltiger landwirtschaftlicher Methoden in der Region beitragen.
Ihr wollt dieses wichtige Projekt unterstützen? Wir sind dankbar für jede Spende! Klickt einfach hier für weitere Informationen.
