Marktplatz – Schneider, Kioske, Friseure im Dorfzentrum Uholas

In Uholas Dorfzentrum herrscht meist reges Treiben, weil es sich zum einen direkt neben der Grundschule und der Wasserpumpe befindet. Zum anderen findet man dort verschiedene kleine Shops, in denen Schneider und Friseure arbeiten. Außerdem gibt es eine Mühle, in die die Dorfbewohner ihre geernteten Maiskörner bringen, um sie zu Mehl mahlen zu lassen. Bei den Kioskbesitzern erhält man Guthaben für Handys, Soda und Süßigkeiten.

Die 27-jährige Irene Adhiambo ist eine der Salon-Besitzerinnen auf dem Marktplatz. Gemeinsam mit ihrem Mann bietet sie ihren Kunden und Kundinnen Dienstleistungen wie Föhnen, Rasieren, Waschen und Flechten an. Sie selbst ist in Jera geboren. Das Dorf liegt zwei Orte von Uhola entfernt. Mit ihrem Mann hat sie drei gemeinsame Töchter, von denen eine in die 5. Klasse der Uhola Primary Schule geht. Irene selbst hat die Schule nach der 6. Klasse abgebrochen, da ihre Eltern verstorben sind und sie sich um ihre Geschwister kümmern musste. Seit mittlerweile vier Jahren führen ihr Mann David und sie den Laden in Uhola. Sie sind zufrieden, da sie mit den Einnahmen immerhin die Schulgebühren bezahlen können. Morgens, bevor sie den Friseursalon öffnet, kümmert sie sich auch noch um die Feld- und Haushaltsarbeiten zu Hause.

Calvin Achieng Otieno ist 21 Jahre alt und betreibt einen der Kioske im Dorfzentrum. Seit sechs Jahren ist das Geschäft im Besitz seiner Familie. Sein Bruder hatte angefangen ihn aufzubauen. Calvin selbst hat während seiner Grundschulzeit schon immer wieder dort ausgeholfen. Nun ist er seit einem Jahr mit der Secondary School (weiterführende Schule) fertig und führt den Shop weiter, damit er die Gebühren für zwei der insgesamt sechs Geschwister, die noch zur Schule gehen, bezahlen kann. Calvin hofft, dass sie den Laden vergrößern und mehr Gewinn erzielen können, damit er auf ein College in der Umgebung gehen kann. Diese sind allerdings verhältnismäßig teuer. Außerdem steht der Kiosk in Konkurrenz zu den anderen Shops in Uhola. Zu den Herausforderungen zählen ebenso Kunden, die gern auf Kredit kaufen und von denen nicht alle ihre Schulden immer zurückzahlen. Um das Geschäft am Laufen zu halten, muss Calvin Produkte aus den nächstgrößeren Orten Bumala oder gar Busia, an der Grenze zu Uganda gelegen, kaufen und diese mit dem Motorrad-Taxi heranschaffen. Da die Zuladung auf einem Motorrad begrenzt ist, bedarf es zwei bis drei Fahrten, um Produkte wie Zuckerrohr, Taschentücher, Reis, Toast, Weizenmehl, Getränke usw. nach Uhola zu schaffen. Das Investment in die Produkte stellt natürlich ein gewisses Risiko dar.
Abgesehen davon arbeitet der 21-Jährige als Kleinbauer. Er lebt mit seinen Eltern und Geschwistern etwa 5 km vom Dorf entfernt.